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Nebenwirkungen von Potenzmitteln - was häufig ist und wann du ärztliche Hilfe suchen solltest

Die meisten Nebenwirkungen sind mild und gehen von selbst vorüber. Es gibt aber Situationen, in denen Potenzmittel gar nicht angewendet werden dürfen, und Symptome, die sofort ärztliche Hilfe erfordern.

Potenzmittel aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer werden seit Langem eingesetzt, und ihre Nebenwirkungen sind gut bekannt. Die meisten sind mild und gehen von selbst vorüber, aber es gibt Situationen, in denen die Medikamente gar nicht angewendet werden dürfen, und einige Symptome, die sofort ärztliche Hilfe erfordern. Hier ein sachlicher Überblick.

Warum entstehen Nebenwirkungen?

PDE-5-Hemmer, zu denen unter anderem Sildenafil und Tadalafil gehören, wirken, indem sie die Blutgefäße erweitern. So erleichtern sie bei sexueller Stimulation den Blutfluss in den Penis. Das Enzym, auf das die Medikamente wirken, kommt aber nicht nur dort vor, sondern auch in Blutgefäßen an anderen Stellen im Körper. Die häufigsten Nebenwirkungen sind eine direkte Folge davon: Erweitern sich die Gefäße in Gesicht, Nase und Kopf, macht sich das als Rötung, verstopfte Nase und Kopfschmerzen bemerkbar.

Häufige Nebenwirkungen

Diese Reaktionen werden am häufigsten berichtet. Sie sind in der Regel mild und klingen innerhalb weniger Stunden ab:

  • Kopfschmerzen
  • Gesichtsrötung und Wärmegefühl
  • verstopfte Nase
  • Verdauungsbeschwerden und Sodbrennen
  • Schwindel.

Bei Sildenafil treten außerdem vorübergehende Sehstörungen auf, zum Beispiel erhöhte Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen oder ein bläulicher Farbton im Sichtfeld. Bei Tadalafil kommen Rücken- und Muskelschmerzen vor, die einen halben bis einen Tag nach der Einnahme auftreten können.

Wie häufig die einzelne Nebenwirkung ist, steht in der Packungsbeilage. Im Leitfaden So liest du die Produktinformationen erklären wir, was die Wörter „häufig“ und „selten“ in Zahlen bedeuten.

Wer sollte Potenzmittel nicht anwenden?

Niemals zusammen mit Nitraten

Wer mit Nitraten behandelt wird, zum Beispiel Nitroglycerin gegen Angina pectoris, oder mit Riociguat, darf keine Potenzmittel anwenden. Die Kombination kann einen starken und gefährlichen Blutdruckabfall auslösen. Dasselbe gilt für Poppers (Amylnitrit).

Auch wer eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung hat, vor Kurzem einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatte, einen sehr niedrigen Blutdruck oder eine stark eingeschränkte Leberfunktion hat, sollte keine Potenzmittel anwenden. Wer Alphablocker gegen Prostatabeschwerden oder Bluthochdruck einnimmt, muss besonders vorsichtig sein.

Die Liste ist nicht vollständig. Die Packungsbeilage des jeweiligen Medikaments gibt genau an, was gilt, und eine Ärztin oder ein Arzt kann deine Situation beurteilen.

Symptome, die sofort ärztliche Hilfe erfordern

Schwere Nebenwirkungen sind selten, aber es ist wichtig, sie zu erkennen.

Brich die Anwendung ab und such sofort ärztliche Hilfe bei

  • einer Erektion, die länger als vier Stunden anhält (Priapismus)
  • Brustschmerzen, nimm kein Nitroglycerin, rufe 112 an und sag, dass du ein Potenzmittel eingenommen hast
  • plötzlicher Verschlechterung oder plötzlichem Verlust des Sehvermögens
  • plötzlichem Hörverlust
  • Schwellung im Gesicht oder Rachen oder Atemnot.

Eine Erektion, die nicht abklingt, kann bleibende Schäden verursachen, wenn sie nicht behandelt wird. Warte deshalb nicht ab, ob sie von selbst vorübergeht.

Das kann die Nebenwirkungen verstärken

  • Alkohol. Senkt den Blutdruck und erhöht das Risiko für Schwindel. Größere Mengen erschweren zudem die Erektion.
  • Blutdrucksenkende Medikamente. Die Wirkung auf den Blutdruck kann stärker ausfallen als erwartet.
  • Grapefruit und Grapefruitsaft. Können die Menge des Medikaments im Blut erhöhen.
  • Bestimmte Medikamente gegen Pilzinfektionen, HIV und bakterielle Infektionen. Beeinflussen den Abbau von Potenzmitteln.
  • Mehrere Potenzmittel gleichzeitig. Dürfen nie kombiniert werden.

So senkst du das Risiko

  • Lies die Packungsbeilage, bevor du das Produkt zum ersten Mal anwendest.
  • Überschreite die in den Produktinformationen angegebene Dosis nicht.
  • Sag deiner Ärztin, deinem Arzt oder der Apotheke, welche anderen Medikamente du einnimmst.
  • Vermeide größere Mengen Alkohol.
  • Gib Medikamente niemals an andere weiter.

Wenn die Nebenwirkungen nicht vorübergehen

Milde Nebenwirkungen, die jedes Mal wiederkehren oder die du als belastend empfindest, sind ein Grund, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen. Manchmal wirkt ein anderes Präparat oder eine andere Dosis besser, diese Beurteilung gehört aber in ärztliche Hände. Vermutete Nebenwirkungen kannst du außerdem selbst an das Läkemedelsverket melden.

Mehr zu Ursachen und Behandlung findest du auf der Seite Erektile Dysfunktion, und eine kürzere Zusammenfassung dieses Themas steht unter Sicherheitshinweise.

Quellen: FASS-Produktinformation zu Sildenafil und Tadalafil, 1177 Vårdguiden und Läkemedelsverket.